- 9. Mai (Europatag) um 19 Uhr –„Hospitalhof“ „Paul Lechler Saal“ Büchsenstr.33 ,70174 Stuttgart
- 10. Mai um 18 Uhr– „Stadthaus“ ULM Münsterplatz 50, 89073 Ulm
Das Projekt „Enescu verbindet Europa“ feiert die kulturelle Identität entlang der Donau. Unter der Leitung von Luminitza Petre begibt sich die Camerata Enescu auf eine klangliche Reise, die nationale Grenzen überwindet und die verbindende Kraft des Stroms spürbar macht.
Das Programm: Von Wien bis Bukarest
Die Auswahl der Werke spiegelt die Vielfalt der Donauregion wider:
• Wien: Mozarts Divertimento als Inbegriff klassischer Eleganz.
• George Enescu ist in Wien,als Wunderkind aufgenommen und ausgebildet.
• Budapest & Rumänien: Béla Bartóks Rumänische Volkstänze.
o Besondere Perspektive: Das Programm beleuchtet die tiefgreifende Begegnung zwischen George Enescu und Béla Bartók, wie sie eindrucksvoll in Iosif Savas Buch „6 Decenii pe Estrada Ateneului“ geschildert wird – ein Zeugnis gegenseitiger Wertschätzung zweier Giganten der Moderne.
• Der europäische Horizont: Edward Elgars Serenade für Streicher. Als britisches Meisterwerk steht es symbolisch für den Blick über den Tellerrand der Donauregion hinaus und unterstreicht die Einheit in der Vielfalt, die den europäischen Gedanken prägt.
• Bukarest: Die berühmte Rumänische Rhapsodie Nr. 1 von George Enescu in einer raffinierten Kammerorchester-Fassung von L. Moraru.
Zukunft der Tradition: Der Kompositionsauftrag
Ein Herzstück des Projekts ist die Förderung des Nachwuchses. Der Kompositionsauftrag der HMDK Stuttgart, basierend auf Motiven von George Enescu, wurde an Johannes Burgert vergeben. Der talentierte Student aus der Kompositionsklasse von Prof. LuxaMartin Schüttler schafft mit seinem Werk „FLUT“ eine zeitgenössische Antwort auf Enescus Erbe und schlägt die Brücke ins 21. Jahrhundert.

Konzert PROGRAMM mit Moderation
WOLFGANG AMADEUS MOZART
Divertimento in D-Dur, KV 136
Allegro – Andante – Presto
JOHANNES BURGERT
„ FLUT“
Uraufführung Auftragswerk auf Themen von George Enescu
BÉLA BARTÓK
Rumänische Volkstänze
(Bearbeitung für Streichorchester: Arthur Willner)
1. Der Tanz mit dem Stabe (Jocul cu bâta)
2. Rundtanz (Brâul)
3. Der Stampfer (Pe loc)
4. Tanz aus Bucium (Buciumeana)
5. Rumänische Polka (Poarga Românească)
6. Schnelltanz (Mărunțel)
7. Finale: Allegro vivace (Mărunțel)
EDWARD ELGAR
Serenade für Streicher in e-Moll, op. 20
Allegro piacevole – Larghetto – Allegretto
GEORGE ENESCU
Rumänische Rhapsodie Nr. 1 in A-Dur, op. 11
(Bearbeitung für Streichorchester: Lucian Moraru)
Eintritt: 15 € (ermäßigt 10 €), erhältlich an der Abendkasse.
George Enescu: Ein Weltbürger der Musik
George Enescu (1881–1955) war weit mehr als der bedeutendste Komponist Rumäniens. Als „Weltbürger vom Rande Europas“ verkörperte er die ideale Symbiose aus östlicher Tradition und westlicher Moderne. Seine Musik ist ein lebendiger Dialog zwischen den Kulturen, der Grenzen überwindet und Europa klanglich vereint.
Das Werk: Wo Tradition auf Avantgarde trifft
Enescus Schaffen zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Tiefe und spirituelle Dimension aus. Er verstand es wie kaum ein Zweiter, die Seele der rumänischen Folklore mit der Raffinesse der Wiener Klassik und der Pariser Moderne zu verweben.
• Synthese der Kulturen: In Wien als Wunderkind ausgebildet und in Paris zur Reife gelangt, vereint sein Stil deutsche Strukturstrenge mit französischer Klangsinnlichkeit.
• Klangliche Innovation: Seine Werke, von den berühmten Rumänischen Rhapsodien bis hin zur monumentalen Oper Oedipe, sind Meisterwerke der Polyphonie und Chromatik.
• Der Mentor: Als Lehrer von Legenden wie Yehudi Menuhin ,gab er das Ideal einer grenzenlosen, humanistischen Musikkultur an kommende Generationen weiter.
„Musik ist eine Sprache, die dort beginnt, wo das Wort aufhört.” – In diesem Geiste verbindet die Camerata Enescu durch seine Klänge die Herzen ganz Europas.
LUMINITZA PETRE, eine vielseitige Künstlerische Persönlichkeit als Dirigentin, Violinistin, Organistin, Redakteurin, zeichnet sich aus durch musikalische Sensibilität, stilistische Klarheit, inspirierende Probenarbeit und Bühnenauftritte.
Ihre Künstlerische Entwicklung wurde durch Meisterkurse mit Jorma Panula geprägt, sowie durch Zusammenarbeit mit bedeutenden Musikerpersönlichkeiten.
CAMERATA ENESCU & „ENESCU VERBINDET EUROPA“
Als Gründerin und künstlerische Leiterin der CAMERATA ENESCU hat sie ein Ensemble geschaffen, das über die rein musikalische Darbietung hinausgeht. Mit ihrem aktuellen Herzensprojekt „ENESCU VERBINDET EUROPA“ -gefördert durch BADEN WÜRTTEMBERG STIFTUNG– mit Projektpartnern HMDK Stuttgart und UNM Bukarest, initiiert sie einen künstlerischen Dialog, der die humanistischen Werte und das visionäre Werk des rumänischen Komponisten in das Zentrum der europäischen Bühne rückt. Unter ihrer Leitung fungiert die Camerata als Botschafterin für kulturelle Synergie und Innovation.
KS Axel Köhler
Rektor der HMDK Stuttgart | Schirmherr & Unterstützer
Kammersänger Axel Köhler ist eine der prägenden Persönlichkeiten der deutschen Musik- und Hochschullandschaft. Nach einer glanzvollen internationalen Karriere als Countertenor, die ihn an die bedeutendsten Opernhäuser der Welt (u.a. Wien, London, Salzburg) führte, wechselte er erfolgreich in das Regiefach und das Kulturmanagement.
Nach seiner Intendanz an der Oper Halle und der Leitung der Hochschule für Musik Dresden steht er seit Dezember 2023 als Rektor an der Spitze der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart (HMDK).
Als Rektor eines zentralen Projektpartners unterstützt Axel Köhler die Initiative „ENESCU VERBINDET EUROPA“ aus tiefer Überzeugung: Für ihn ist die Musik die universelle Sprache, die Grenzen überwindet und den europäischen Dialog stärkt. Wir freuen uns außerordentlich, dass Axel Köhler im Rahmen des Konzerts in Ulm persönlich zu uns sprechen wird, um die Bedeutung dieser kulturellen Brückenschläge zu unterstreichen.
Prof. Dr. DIANA MOS – Rektorin der UNMB
Diana Moș ist eine renommierte rumänische Geigerin, Musikwissenschaftlerin und seit 2016 Rektorin der Nationalen Musikuniversität Bukarest (UNMB). Ihr künstlerisches Profil ist geprägt von einer tiefen Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Musik und Kammermusik.
• Akademischer Werdegang: Sie studierte Violine in Bukarest bei Prof. Daniel Podlovschi und promovierte 2005 summa cum laude in Musikwissenschaft.
• Künstlerisches Wirken: Als Solistin und Kammermusikerin gastiert sie regelmäßig bei bedeutenden internationalen Festivals, darunter das George Enescu Festival, die Warschauer Herbsttage und die Rumänischen Kulturtage in Berlin.
• Engagement & Auszeichnungen: Diana Moș ist Vizepräsidentin des Nationalen Rektorenrates in Rumänien. Für ihre Verdienste um die akademische Ausbildung und den kulturellen Austausch wurde sie 2021 mit dem französischen Orden Chevalier de la Légion d’Honneur ausgezeichnet.
• Forschung: Sie ist Autorin des Werks „Einführung in die Hermeneutik des musikalischen Diskurses“ (2008).
Unter ihrer Leitung festigt die UNMB ihre Rolle als Zentrum für musikalische Exzellenz und internationalen Austausch, was sich auch in der aktuellen Kooperation mit der CAMERATA ENESCU und dem Konzert im Hospitalhof am 9. Mai ,den EUROPA TAG widerspiegelt.
Kompositionsauftrag auf ENESCU Themen Uraufführung :
„FLUT“ von JOHANNES BURGERT
Johannes Burgert,1998 in Düsseldorf geboren, ist Komponist und Klangregisseur.
Seine Komposition Ausbildung begann er bei Isabel Mundry an der MünchenerMusikhochschule, anschließend ein Jahr am
Conservatoire de Paris bei Frédéric Durieux.
An der HMDK Stuttgart , studierte er in der Masterklasse von
Prof. Luxa Martin Schüttler.
Seine Musik wurde bereits von bedeutenden Ensembles wie dem SWR Vokalensemble, dem Ensemble Recherche, dem Diotima-Quartett und den Stuttgarter Philharmonikern aufgeführt.
2022 war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes in der Kompositionsresidenz, in Kooperation mit dem Beethovenhaus Bonn.
Johannes Burgert versteht seine Arbeit als poetische Befragung musikalischer Identitäten, angetrieben von einem wiederkehrenden Interesse an hybriden und mehrdeutigen musikalischen Gebilden.